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Bauhaus City: Get on site!

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International Summer School  90/09
Date: 22nd – 31st July  2009

Die Stiftung Bauhaus Dessau lädt anlässlich des 90.Jubiläums des Bauhauses Studenten aus aller Welt zu einer „Bauhaus Visiting school“ ein, die sich mit einer Neubesichtigung der Bauten der Klassischen Moderne in Dessau beschäftigen wird. Wie ein roter Faden der im Süden mit der Experimentalsiedlung in Törten beginnt und im  Norden mit dem Kornhaus, einem Ausflugslokal an der Elbe seinen Abschluss findet, ziehen sich die Bauhausbauten durch die Stadt. Dabei sind die Bauhausbauten nur die herausragenden Repräsentanten einer tiefgreifenden  Modernisierung der Stadt in den ersten Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts. Die Bauten stehen für komplexe Innovationsschübe in Dessau, die ohne Persönlichkeiten wie den sozialdemokratischen Bürgermeister Fritz Hesse und dem Unternehmer und Flugzeugpionier Hugo Junkers nicht denkbar gewesen wären. Neben den Bauhausbauten entstanden zahlreiche Siedlungs-und Industriebauten im Geist der modernen Bewegung.

Vielfach überformt durch Zerstörung und Wiederaufbau hat sich die physische Struktur der Stadt im 20.Jahrhundert ständig verändert. Der gesellschaftliche Wandel im Zuge der Wiedervereinigung nach 1990, der Zusammenbruch der Industrie, der demografische Wandel zwingen Dessau zu einer generellen Neupositionierung.

Das Bauhaus rückt erneut ins Zentrum der städtischen Aufmerksamkeit: mit der Bauhausstadt will man die Stadt nach innen wie nach aussen profilieren; dabei geht es nicht nur um das physische Layer der Bauten, sondern um eine Geisteshaltung, die die Stadt geprägt hat, und an die man heute anknüpfen will, um den Strukturwandel zu bewältigen.

Viele Bauhausbauten wurden inzwischen denkmalgerecht saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auch die Wiederentdeckung des in Dessau geborenen Komponisten Kurt Weill mit dem jährlich stattfindenden Festival reiht sich in die Bemühungen der Stadt ein, Dessau als Stadt der klassischen Moderne zu markieren.

Nähert man sich Dessau auf der Ebene der Bilder, die für die Stadt entworfen worden sind, so spricht vieles für die Bauhausstadt. Das bis in die jüngste Gegenwart der Streit um die „Bauhausstadt“ ein vitales Thema städtischer Öffentlichkeit ist, macht deutlich, dass hinter Eindeutigkeit der Bilder ganz unterschiedliche Ideen davon existieren, was Dessau als Bauhausstadt sein könnte: ein Zentrum innovativer Architektur, eine herausragende Bildungslandschaft, ein Ort kreativen Unternehmertums?

Die Bauhausstadt eröffnet ein interessantes Spannungsfeld, wo epochemachende Geschichte und lokale Geschichten, ikonische Entwürfe und gelebte Architektur an ganz konkreten  Orten miteinander verhandelt werden.

Mit der Sommerschule wollen wir  junge Künstler und Architekten, Urbanisten und Designer aus aller Welt nach Dessau einladen, die  Zusammenhänge, Beziehungen, Abstoßungen und Missverständnisse, aus denen sich die  Bauhausstadt als physischer Raum, als Imagination, Erinnerungsspur und Idee zusammensetzt, zu thematisieren. On site entstehen performative Aktionen, visuelle Displays und urbane Intervention, in denen verborgene Spuren und Relationen sichtbar gemacht, städtische Situationen kritisch kommentiert und  Widersprüche offengelegt werden. Auf diese Weise will die Sommerschule auch einen Beitrag  zur Neubestimmung des  Verhältnisses zwischen Dessau und dem Bauhaus leisten.

Regina Bittner, Concept and Project Director
 
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